Austria! 2026 30-Jähriger attackierte Lebensgefährtin in Wien-Floridsdorf, Wienerin (32) attackierte Spitalsarzt mit Säure, Fast jeder zweite Tatverdächtige kommt aus dem Ausland, Dealer (29) in Haft – hatte eigene Canabis-Plantage, “Zu wenig Lohn” – Pfleger bestahl demenzkranke Frauen, Nach tödlichem Sturz von Balkon in Salzburg: Polizei ermittelt, Mit gefälschtem Ausweis Geld behoben: Polizei fahndet nach Betrüger in Wien, Betrug in Österreich: Junge Frau aus Bosnien und Herzegowina verliert Job – und 15.000 Euro, Ott-Prozess: Takacs sagt zu Bootsunfall aus, Verurteilt: Wiener DJ wütete auf Social Media

2026.3.31 Fast jeder zweite Tatverdächtige kommt aus dem Ausland
Die neue Kriminalstatistik lässt tief blicken. Der Anteil ausländischer Verdächtiger liegt bei knapp 50 Prozent, die Jugendkriminalität steigt an.
Die neue Kriminalstatistik sorgt für Diskussionen: Fast jeder zweite Tatverdächtige in Österreich hat keinen österreichischen Pass. Gleichzeitig registriert die Polizei einen deutlichen Anstieg bei jungen Tätern – besonders bei 10- bis 14-Jährigen.
Leichter Anstieg bei Anzeigen
Innenminister Gerhard Karner, Generaldirektor für die öffentliche Sicherheit Franz Ruf und der Direktor des Bundeskriminalamts, Andreas Holzer, präsentierten am 31. März 2026 im Innenministerium die kriminalpolizeiliche Anzeigenstatistik für das Jahr 2025.
Der Innenminister sagte: “Die polizeiliche Anzeigenstatistik gibt einen Überblick über aktuelle Entwicklungen, Trends sowie besondere Auffälligkeiten und dient als Handlauf für strategische und operative Maßnahmen der Polizei.” Neben einem Überblick sowie Rückgängen und Auffälligkeiten würden insbesondere die Schwerpunkte der Anzeigenstatistik näher erläutert werden, ergänzte Karner.
So wurden im Jahr 2025 538.656 Anzeigen erstattet – ein Anstieg um 4.463 Anzeigen bzw. 0,8 Prozent gegenüber 2024. Die Aufklärungsquote konnte auf 53,6 Prozent weiter gesteigert werden.
47,7 % ohne österreichischen Pass
Es wurden 345.095 Tatverdächtige ausgeforscht, davon 180.493 österreichische Staatsbürgerinnen und -bürger sowie 164.573 ausländische Tatverdächtige – ein Anteil von 47,7 Prozent. Bei Tatverdächtigen ohne österreichische Staatsbürgerschaft stehen Personen aus Rumänien, Syrien und Deutschland an der Spitze.
Mit 163.685 Anzeigen hat sich die Eigentumskriminalität in den letzten beiden Jahrzehnten halbiert. Besonders stark ist der Rückgang bei Wohnraumeinbrüchen (Wohnung und Wohnhaus), aber auch beim Kraftfahrzeugdiebstahl – die in früheren Jahren Problemfelder darstellten.
2025 wurden 63.459 Internetdelikte angezeigt – eine Steigerung um 1,8 Prozent. Ein Hauptproblem bleibt dabei nach wie vor der Online-Betrug. Allerdings wird das Internet auch häufiger als Tatmittel verwendet, wie zum Beispiel für den betrügerischen Datenverarbeitungsmissbrauch.
Täter werden immer jünger
Bei der Jugendkriminalität ist ein neuerlicher deutlicher Anstieg bei zehn- bis 14-jährigen Tatverdächtigen zu erkennen – fast eine Verdopplung der Anzeigen seit 2021. 51,3 Prozent davon sind ausländische Staatsbürgerinnen und Staatsbürger, auffällig viele syrische Jugendliche.
Ein Schwerpunkt liegt weiterhin auf der Bekämpfung der Internetkriminalität, insbesondere durch verstärkte Spezialisierung, den Ausbau internationaler Zusammenarbeit sowie eine enge Kooperation mit Partnern aus Wirtschaft und Telekommunikation.
Gleichzeitig wird die erfolgreiche Strategie zur Bekämpfung der Eigentumskriminalität konsequent fortgeführt – insbesondere durch gezielte Schwerpunktaktionen, internationale Vernetzung und verstärkte Präventionsarbeit.
Ein weiterer Fokus liegt auf der frühzeitigen Erkennung und Aufdeckung von Kontrolldelikten, wie etwa dem Sozialleistungsbetrug, durch verbesserte Zusammenarbeit mit Behörden und Institutionen.
Ziel bleibt es, Kriminalität wirksam zu bekämpfen, präventiv zu verhindern und das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung nachhaltig zu stärken.

2026.3.30 Nach tödlichem Sturz von Balkon in Salzburg: Polizei ermittelt
SALZBURG. Nach einem tödlichen Sturz eines Mannes von einem Balkon im siebenten Stock eines Hauses in der Stadt Salzburg am 16. März ermittelt die Polizei in alle Richtungen.
Gesucht werden Zeugen, die zu der nächtlichen Feier in der Wohnung Angaben machen können. “Grundsätzlich gehen wir von einem Unfall- oder Suizidgeschehen aus. Um alles restlos aufzuklären, wurde ein Zeugenaufruf unter den Bewohnern und Bewohnerinnen des Hauses gestartet”, sagte Polizeisprecher Hans Wolfgruber.
Körperliche Auseinandersetzung vor Sturz?
Der Mann sei gegen Mitternacht von dem Balkon gestürzt, bestätigte Wolfgruber am Montag einen aktuellen Bericht des ORF Salzburg. Mehrere Personen hielten sich zu diesem Zeitpunkt in der Wohnung des Mehrparteienhauses in der Fanny-von-Lehnert-Straße auf, offenbar soll dort laut gefeiert worden sein. Mutmaßlich sei es auch zu einer körperlichen Auseinandersetzung gekommen. Während der Feier hätten sich Personen nicht nur in der Wohnung, sondern auch auf dem Balkon aufgehalten.
Die bisherigen Befragungen von Zeugen hätten nicht lückenlos zur Aufklärung der Causa beigetragen, sagte Wolfgruber. Deshalb kann eine Gewalttat noch nicht gänzlich ausgeschlossen werden.

2026.3.30 Wienerin (32) attackierte Spitalsarzt mit Säure
Riesenschock im Hanusch-Krankenhaus: Am 3. Dezember marschierte eine 32-Jährige mit einem Kanister stark stinkender Flüssigkeit in einen Behandlungsraum – Buttersäure! Die schüttete sie ihrem Arzt ins Gesicht. „Ich wollte ihn zum Stinken bringen“, meint sie im Wiener Landl.
„Es war ein extrem unangenehmer Geruch – wie Erbrochenes“, erinnert sich der Arzt im Zeugenstand an den 3. Dezember zurück. Eine Stammpatientin betrat das Behandlungszimmer im Hanusch-Krankenhaus. Es war eine ganz normale Kontrolluntersuchung. Die 32-Jährige leidet seit Jahren an Morbus Crohn – einer chronischen Entzündung des Verdauungstraktes. „Die letzten Termine mit ihr waren schon ungewöhnlich“, so der Mediziner.
Patientin erhielt sogar Sonderbehandlung
Immer wieder sagte sie: „Ich möchte ernst genommen werden!“ Dabei erklärt der 40-Jährige dem Richter im Wiener Landesgericht, dass sich sein ganzes Team stets um die junge Frau bemüht hätte: „Wir haben mehr für sie getan als ganze Ambulanz als für andere Patientinnen.“ Von ihr kamen an jenem Tag lediglich aggressive, schnippische Antworten.
Da hab’ ich realisiert, das ist Säure!
Verletzter Arzt im Wiener Landl
Als die Kontrolle zu Ende war: „Ich hab’ gesehen, wie sie einen Kanister auf den Tisch stellte und ihn aufschraubte. Ich hab’ mir nicht viel dabei gedacht“, so der Arzt. Plötzlich schüttete die 32-Jährige ihm eine klare, übel riechende Flüssigkeit ins Gesicht. „Da hab’ ich realisiert, das ist Säure!“, berichtete der Mediziner von dem Schockerlebnis. „Ich dachte, ich werde blind. Und wenn ich nicht blind werde, bin ich entstellt. Wer weiß, wie verätzt ich im Rachen bin“, lässt er seine damaligen Gedanken Revue passieren.
„Wollte Arzt zum Stinken bringen“
Herr Rat konfrontiert die Angeklagte: „Das verursacht schwere Verletzungen der Haut und Augenschäden. Das steht da ganz groß drauf.“ Und zeigt ihr ein Bild des Kanisters, mit dem sie einfach ins Hanusch-Krankenhaus marschierte. Wie sie an die Buttersäure gekommen ist, bleibt offen. „Seit meiner Diagnose habe ich viele Ängste, Sorgen und Bedenken“, erklärt die zierliche 32-Jährige. Und die habe sie auf ihren Arzt projiziert. „Ich war eingenommen von der Idee, ihn zum Stinken zu bringen. Ich hab‘ die Buttersäure unterschätzt.“
Meine Mandantin bereut sehr, was im Krankenhaus passiert ist.
Verteidiger Noah McElheney
Bild: Kanzlei MPW Rechtsanwälte
Glücklicherweise entstanden bei dem 40-Jährigen keine bleibenden Schäden, er wurde sofort auf der Augenambulanz behandelt. Auch zwei Pfleger und ein Medizinstudent hatten nur leichte Folgen. „Sie bereut sehr, was im Krankenhaus passiert ist“, sagt ihr Verteidiger Noah McElheney. Bei seiner Mandantin habe sich eine extreme Frustration wegen ihrer Erkrankung entwickelt. Das, gepaart mit einer diagnostizierten Soziophobie, hätte sie zu dieser Wahnsinnstat getrieben.
Seitdem befindet sich die Wienerin in psychologischer Behandlung. Das Gutachten kommt zum Schluss, dass die Voraussetzungen für eine Unterbringung wegen Gefährlichkeit „noch nicht“ erfüllt sind. Dennoch: „Das ist eine massive Tat, bei der mehrere Opfer zu Schaden gekommen sind“, begründet der Richter das Urteil von zwei Jahren bedingter Haft. Dem verletzten Arzt muss sie außerdem 1800 Euro zahlen. Dem Hanusch-Krankenhaus 13.566 Euro – der gesamte Behandlungsraum musste erneuert werden.

2026.3.30 30-Jähriger attackierte Lebensgefährtin in Wien-Floridsdorf
Am Sonntag kurz vor Mittag hat ein Mann in einer Wohnung in Wien-Floridsdorf seine Lebensgefährtin gewürgt und geschlagen. Laut Polizeisprecher Philipp Haßlinger zerstörte der Aggressor zusätzlich das Mobiltelefon seiner Freundin.
Eine Nachbarin hörte Schreie nach Hilfe aus der angrenzenden Wohnung und rief die Polizei. Als die Beamten eintrafen, war der 30-jährige Mann nicht mehr vor Ort. Die Polizei konnte den Mann im Rahmen einer sofortigen Fahndung bei einem Bekannten festnehmen.
Betretungs- und Annäherungsverbot nach Attacke auf Lebensgefährtin in Wien-Floridsdorf
Er bestätigte zwar einen lautstarken Beziehungsstreit, gestand die ihm zur Last gelegten Taten aber nicht. Nach Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft wurde er auf freiem Fuß angezeigt, außerdem verhängten die Beamten über ihn ein Betretungs- und Annäherungsverbot sowie ein vorläufiges Waffenverbot. Haßlinger zufolge dürfte in der Auseinandersetzung auch Alkohol eine Rolle gespielt haben.

2026.3.29 Dealer (29) in Haft – hatte eigene Canabis-Plantage
Ein 29-Jähriger aus Klagenfurt soll zwischen Jänner und Dezember 2025 hunderte Gramm Drogen an Abnehmer verkauft haben – Cannabis, Kokain und Heroin.
In seiner Wohnung hortete ein 29-Jähriger Drogendealer riesige Mengen Cannabis, Heroin und Kokain – und verkaufte sie über Monate hinweg an Freunde und Fremde. Erst eine Hausdurchsuchung Anfang Dezember brachte das illegale Geschäft ans Licht.
Hunderte Gramm Drogen
Laut Ermittlungen soll der 29-Jährige über fast ein Jahr hinweg an seiner Wohnadresse mehrere hundert Gramm Cannabis, etwa zehn Gramm Kokain sowie rund zehn Gramm Heroin gewinnbringend verkauft haben – sowohl an bekannte als auch unbekannte Abnehmer. Weiters wird er beschuldigt, am 04.12.2025 im Zuge einer bei ihm durchgeführten, von der Staatsanwaltschaft Klagenfurt angeordneten, Hausdurchsuchung rund 396 Gramm Heroin und circa 1870 Gramm Cannabis für den gewinnbringenden Weiterverkauf besessen zu haben.
Plantage in der Wohnung
Darüber hinaus betrieb der Mann offenbar eine Indoor-Cannabisplantage. Die genaue Menge der geernteten und verkauften Pflanzen ist bislang nicht bekannt. Der Beschuldigte ist zu den Vorwürfen teilweise geständig, die Anzeige bei der Staatsanwaltschaft wurde bereits eingebracht.

2026.3.29 “Zu wenig Lohn” – Pfleger bestahl demenzkranke Frauen
Hilflos und demenzkrank – zwei ältere Frauen wurden von ihrem eigenen Pfleger bestohlen. Ein 58-jähriger Rumäne nutzte das Vertrauen aus.
Sie waren auf Hilfe angewiesen, er nutzte es aus: Ein 58-jähriger rumänischer Pfleger gestand vor dem Landesgericht Feldkirch, zwei hilfsbedürftige Frauen bestohlen zu haben.
Eines der Opfer leide an schwerer Demenz und vergesse immer wieder, wo sie ihre Dinge hingelegt habe –ihr wurde Pflegestufe sechs zugesprochen. Genau das soll sich der Angeklagte zunutze gemacht haben – er entwendete mehrere Wertgegenstände. Nach dem gleichen Muster stahl er auch bei einer zweiten Frau – hier erlangte er mit einem widerrechtlich besorgten Schlüssel Zugang zu einer Schmuckschatulle.
Diebstähle wegen niedrigem Lohn
“Ich will nur meine Ruhe”, erklärte der Mann bei der Befragung. Er gab die Diebstähle zu, klagte jedoch, er sei nicht fair bezahlt worden. Für 28 Arbeitstage sollten ihm 95 Euro pro Tag zustehen, tatsächlich habe er 35 Tage gearbeitet und sei danach auf die Straße gesetzt worden.
Weitere Anschuldigungen wegen sexueller Belästigung wurden fallengelassen, nachdem Blutuntersuchungen keinerlei Hinweise lieferten, wie “Vorarlberg Online” berichtet.
Bedingte Haft und Geldstrafe
Das Gericht verurteilte den Pfleger zu fünf Monaten bedingter Haft und einer unbedingten Geldstrafe von 800 Euro. Den größten Teil der Beute konnte man den Frauen zurückgeben, 105 Euro muss der Verurteilte noch erstatten. Mildernd wirkten das Geständnis und seine bisherige Unbescholtenheit. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

2026.3.27 Verurteilt: Wiener DJ wütete auf Social Media
Die Vorwürfe gegen den DJ im Wiener Landl sind hässlich: Er postete monatelang Fotos und Videos, in denen er drei Aktivistinnen und einen Reality-Star beleidigte und ihnen Straftaten vorwarf. Von einer jungen Frau postete er sogar Nacktbilder. Der Konflikt scheint aber auf Gegenseitigkeit zu beruhen. Der 46-Jährige fasst jedenfalls eine bedingte Haftstrafe aus.
Er war einst ein gefeierter DJ in der Techno-Szene, jetzt bleiben die Aufträge aber aus. „Das ist die Folge der Verfolgung vor zweieinhalb Jahren“, empört sich Dennes Deen vor dem Richter im Landl. 2023 war der 46-Jährige in einen Missbrauchsskandal verwickelt, die Ermittlungen wurden eingestellt. Das geschädigte Image in der Szene sei aber geblieben.
Bewusstsein für Übergriffe
Unter dem Hashtag #TechnoMeToo haben im September 2023 die Aktivistin und Party-Veranstalterin Frederika Ferková und die DJ Sabrina Geißler ein Bewusstsein für Übergriffe auf Frauen, trans und nonbinäre Personen im Wiener Nachtleben geschaffen. Im Zuge dieser Aktion wurde beispielsweise ein 29-jähriger DJ verurteilt, der sich an hilflosen Frauen vergangen hat.
Straftaten vorgeworfen und Nacktfotos gepostet
Bei Dennes Deen hielten die Vorwürfe nicht, doch sein Ärger blieb. Und dem machte er ordentlich Raum auf seinen Social-Media-Profilen. Die beiden Frauen beschimpfte er online, warf ihnen selbst schwerste strafbare Handlungen vor – und postete von Ferková, vertreten von Anwalt Philipp Springer, sogar Nacktbilder. Ebenfalls ins Visier geriet ein österreichischer Reality-Star und eine Ex-Grünen-Abgeordnete. Auch ihnen warf der DJ teils schwere Verbrechen vor, teils Sexualverbrechen.
Ohne die Ernsthaftigkeit zu schmälern. Das ist wie bei Kindern, die in der Sandkiste sitzen und sich gegenseitig mit Sand bewerfen.
Verteidiger Marcus Januschke spricht von einem beidseitigen Konflikt.
Das erfüllt den Tatbestand der Beleidigung und der Üblen Nachrede, urteilt der Richter. „Lassen Sie das sein!“, rügt er den Angeklagten, der gelobt, nichts mehr in die Richtung in sozialen Medien zu posten. „Er will heute einen Schlussstrich drunter ziehen“, sagt auch Verteidiger Marcus Januschke. Sechs Monate bedingte Haft fasst sein Mandant aus. Den Opfern muss er insgesamt 5700 Euro zahlen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.
2026.3.4 Ott-Prozess: Takacs sagt zu Bootsunfall aus
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Der Spionage-Prozess gegen Egisto Ott und einen mitangeklagten Polizisten wurde am Mittwoch mit Zeugenbefragungen fortgesetzt. Bundespolizeidirektor Takacs berichtete von einem Bootsunfall 2017, bei dem Handys von hohen Beamten des Innenministeriums ins Wasser fielen und möglicherweise über Ott an den russischen FSB gelangten.

Während eines Teambuilding-Events unternahmen die Beamten eine Kanufahrt. “Mein Kanu ist dann gekentert”, erklärte Takacs. Sein Diensthandy ging daraufhin verloren. Ein ähnliches Schicksal traf die Geräte von Gernot Maier, der zu dieser Zeit Migrationsreferent im Büro des damaligen Innenministers Wolfgang Sobotka (ÖVP) war, sowie von Michael Kloibmüller, dem früheren Kabinettschef im Innenministerium. Takacs war damals als Fachreferent im Ministerium tätig. Er betonte, dass sich auf seinem Handy mit Sicherheit Daten befanden, die für ausländische Dienste von Interesse hätten sein können.

Ott-Prozess: Zweitangeklagter beauftragt, Daten zu retten
Daraufhin habe er sich direkt an den zweitangeklagten Polizisten, einen Forensiker, gewandt, um die Daten wieder herzustellen. Das Diensthandy habe er auch für private Zwecke, etwa Fotos, verwendet. “Wir waren damals junge Familienväter”. Nach “einiger Zeit” sei ihm mitgeteilt worden, dass das Handy nicht mehr zu retten sei. Ein neues Handy habe er schon währenddessen bekommen. “Das alte habe ich angenommen wurde ausgetragen, rückgegeben und vernichtet”.

Der Vorwurf, dass er den Dienstweg nicht eingehalten habe, weil er sich direkt an den Forensiker gewandt habe, sei “absoluter Schwachsinn”. Das Kabinett im Innenministerium sei schließlich “in der Hierarchie ganz oben”. Die Anklage wirft dem Forensiker vor, die Auswertungen an Ott weitergegeben zu haben, der sie an von dem Ex-Wirecard-Manager Jan Marsalek beauftragte Männer übergeben haben soll. Der Zweitangeklagte selbst behauptet, die Handys seien bei der ominösen BVT-Razzia am 28. Februar 2018 verschwunden und seither verschollen. Für Takacs sei klar: “Ich habe daraus gelernt, ich geb sicher keine Handys mehr ab.”

Ex-Generalsekretär im Außenministerium in Ott-Prozess befragt
Danach wurde der ehemalige Generalsekretär im FPÖ-geführten Außenministerium, Johannes Peterlik, befragt. Er leitete Ott im Mai 2019 eine Signal-Nachricht weiter, wonach die “Strache Videos” (das Ibiza-Video, Anm.) “laut I vom Griedling BVT Umfeld” (sic; Ex-BVT-Direktor Peter Gridling, Anm.) kommen würden. Gleich zu Beginn hielt Peterlik fest, dass sowohl die strafrechtlichen als auch die dienstrechtlichen Verfahren in dieser Causa gegen ihn eingestellt wurden. Ott antwortete damals nach wenigen Minuten: “Wenn das war ist, dann krachte im Gebälk. In Frage kämen: ” (sic) und nannte Peterlik die Namen einiger BVT-Beamter, die diesem zum damaligen Zeitpunkt nicht bekannt waren, wie er heute festhielt. Die Staatsanwaltschaft sieht darin eine Verletzung des Amtsgeheimnisses. Wie auch schon in seiner Beschuldigteneinvernahme meinte Peterlik heute, die Namen “gar nicht wahrgenommen” zu haben. Mit Ott sei er “weder verwandt oder verschwägert noch befreundet”, wie er mehrmals festhielt.

Die Befragung des ehemaligen Generalsekretärs unter der damaligen Außenministerin Karin Kneissl war nach wenigen Minuten wieder vorbei. Peterlik wird sich aber in knapp zwei Wochen selbst auf der Anklagebank verantworten müssen. Ihm wird zur Last gelegt, ohne Erfordernis einen als “geheim” klassifizierten Bericht u.a. zum Nervengift Nowitschok angefordert und Ott interne Dokumente zugänglich gemacht zu haben, weshalb er ab 17. März vor Gericht steht.

Ott-Prozess: Abfragen in der Türkei Thema
Ganz anders sah die Beziehung zum dritten Zeugen am heutigen Mittwoch aus. “Egisto Ott war für mich immer ein guter Freund und ist ein guter Freund”, sagte der Uni-Professor, der im Wege eines Videocalls befragt wurde. Die beiden kennen sich aus Otts Zeit als Verbindungsbeamte in Ankara. Er hätte Ott “in jeder Hinsicht” bezüglich der Türkei unterstützt. Laut Staatsanwaltschaft soll Ott über den Zeugen türkische Polizeibeamte rechtswidrig dazu veranlasst haben, Abfragen aus dem türkischen Grundbuch zu tätigen, und dafür auch hundert Euro pro Abfrage bezahlt haben.

Diese Unterstützung bestand etwa darin, dass er Otts Bitten nach Abfragen an seinen Cousin, einen pensionierten Polizeibeamten weiterleitete und später die beiden einander vorstellte. “Im Grunde habe ich einem Freund meinen Cousin anvertraut”. Die abzufragenden Personen kannte er auf Nachfrage des Richters nicht. 2011 sei er wieder nach Österreich zurückgekehrt und wollte auch deshalb, dass sein Cousin Ott “unterstützt”. Da Ott nicht Türkisch spreche und sein Cousin weder Deutsch noch Englisch, habe er übersetzt.

Richter zeigt Sina-Laptops in Ott-Prozess her
Einen weiteren Themensprung machte der Prozess dann am Mittwochnachmittag, nämlich zu den SINA-S-Laptops der Firma Seconet. Über Ott soll ein solches Gerät mit brisanten geheimdienstlichen Informationen eines EU-Staates über Marsalek seinen Weg zum FSB gefunden haben. Ott soll dafür 20.000 Euro bekommen haben. Ein Weiterverkauf der Geräte ist grundsätzlich untersagt.

Als Zeuge geladen war dazu der Herausgeber eines Online-Mediums geladen, der für seine Redaktion fünf Stück davon zu je 6.000 bis 7.000 Euro gekauft hatte. Derzeit befinden sich zwei der Geräte bei der Staatsanwaltschaft, zwei bei ihm selbst und einer sei unauffindbar. Was so einen Laptop ausmache, wollte der Richter dann wissen. Neben zwei Passwörtern und einem Pinncode brauche man auch einen Schlüssel, ähnlich einer Scheckkarte, um diesen nutzen zu können. “Es ist ein sicherer Laptop, aber jetzt nichts Ungewöhnliches. Theoretisch kann jeder von Ihnen so einen kaufen”.

Allerdings sei das Modell, das er gekauft hatte, das einzige, das für Zivilpersonen zugänglich sei. Die anderen richten sich laut dem ehemaligen Offizier an Militär und Staaten. Einen der beiden Laptops, die derzeit bei der Justiz sind, packte der Richter dann aus einem Karton aus und stellte fest: “Der sieht eigentlich aus wie meiner auch.” Das sah auch der Zeuge so: “Wie jeder normale Lenovo.”

Von den fünf gekauften Geräten habe er drei im Spätherbst 2022 an Ott übergeben, da geplant war eine Redaktion aufzubauen zu der auch Ott gehören sollte. “Ich habe ihm aber nie einen Cent überwiesen.” Einer der Laptops sei für Ott gedacht gewesen, einer für dessen “Quelle”, um sichere Kommunikation zu gewährleisten und ein dritter als Back-Up. Er habe darauf spekuliert, dass das Verfahren gegen Ott eingestellt werde. “Ich war der Meinung er ist unschuldig, und bin es nach wie vor”. Zuletzt wollte die Staatsanwaltschaft noch wissen, ob der Zeuge Schadensersatz für den abhandengekommenen Laptop, der sich ihm zufolge “irgendwo in Deutschland” befinde, haben wollte. “Wir haben uns außergerichtlich geeinigt”, hielt er fest, ohne zu sagen, wie diese Einigung ausgesehen hatte. Geld habe er von Ott keines bekommen.

Ott: “Sie tun schon wieder dichten”
Nachdem die Laptops bei ihm sichergestellt wurden, wollte der Richter von Ott wissen: “Was sollen wir denn damit tun, wenn es irgendwann mal soweit ist?” Ott antwortete, sie sollten wieder dem Herausgeber zurückgegeben werden: “Sie gehören ihm!” Die Staatsanwaltschaft wollte nicht, dass vorschnelle Entscheidungen getroffen werden: “Wir wissen nicht, was die Überraschungen sind, die Herr Ott angekündigt hat”, woraufhin zwischen der Behörde und dem Angeklagten eine kurze Diskussion entfachte. “Ich habe keine Überraschungen angekündigt, Sie tun schon wieder dichten”, richtete er sich an den Staatsanwalt.

Fortsetzung von Ott-Prozess am Donnerstag
Auf Verlangen der Staatsanwaltschaft wurden zum Schluss noch zahlreiche Chats verlesen, etwa zwischen Ott und dem untergetauchten Ex-BVT-Abteilungsleiter Martin Weiss oder mutmaßlich Jan Marsalek und Orlin Roussev, dem Anführer eines bulgarischen Spionagerings, der 2025 in London zu über zehn Jahren Haft verurteilt wurde. Fortgesetzt wird der Prozess am morgigen Donnerstag mit weiteren Verlesungen. Mit einem Urteil ist noch länger nicht zu rechnen, der nächste Termin ist dann am 20. April, danach dürfte es erst im Juni weitergehen. Jedenfalls soll noch Kloibmüller als Zeuge befragt werden, auch darüber ob versucht wird, Roussev zu laden, wird noch entschieden werden.

2026.3.2 Mit gefälschtem Ausweis Geld behoben: Polizei fahndet nach Betrüger in Wien
Ein bislang unbekannter Mann hat Anfang Dezember 2025 in zwei Wiener Banken mit einem gefälschten tschechischen Personalausweis Bargeld behoben.
Die Taten ereigneten sich innerhalb nur eines Tages. Bei zwei erfolgreichen Abhebungen erlangte der Verdächtige einen niedrigen fünfstelligen Eurobetrag. Beim dritten Versuch wurde jedoch ein Bankmitarbeiter misstrauisch und erkannte die Fälschung des Ausweises. Der Mann ergriff daraufhin die Flucht – nicht jedoch, ohne deutlich erkennbare Bilder seines Gesichts auf den Überwachungskameras zu hinterlassen.
Wie Polizeisprecherin Julia Schick mitteilte, führt die Außenstelle Süd des Landeskriminalamtes Wien die Ermittlungen. Der Gesuchte soll schwarze Kleidung, eine schwarze Baseballkappe sowie einen Bart getragen haben.
Hinweise – auch anonym – werden unter der Telefonnummer 01-31310-57800 DW entgegengenommen.

2026.2.16 Betrug in Österreich: Junge Frau aus Bosnien und Herzegowina verliert Job – und 15.000 Euro
Unbekannte Täter kontaktierten eine junge Frau aus Bosnien und Herzegowina, die in Salzburg lebt, mit einem angeblich lukrativen Jobangebot.
Die Betrüger versprachen ihr eine Bezahlung für das Liken und Teilen von Videos. Stattdessen entstand der 25-jährigen Frau ein finanzieller Schaden von rund 15.000 Euro.
Wie die Polizei mitteilte, wurde die in Salzburg lebende bosnische Staatsbürgerin im Zeitraum zwischen dem 9. und 12. Februar über soziale Netzwerke von bislang unbekannten Tätern kontaktiert.
Die Kriminellen boten ihr an, durch das Erledigen einfacher täglicher Aufgaben – etwa das Liken und Teilen von Videoclips – Geld zu verdienen. Im weiteren Verlauf der Kommunikation über einen Messenger-Dienst forderten sie die junge Frau auf, persönliche Daten sowie ihre Bankverbindung preiszugeben.
Unter dem Vorwand hoher Gewinnchancen brachten die Täter sie anschließend dazu, ein Konto auf einer betrügerischen Online-Handelsplattform zu eröffnen und dort angebliche Investitionsprodukte zu erwerben, wie die „Nezavisne novine“ berichten.
Erst später bemerkte die 25-Jährige, dass sie Opfer eines Betrugs geworden war. Insgesamt wurden rund 15.000 Euro von ihrem Konto abgebucht. Die Ermittlungen laufen.

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