Switzerland! 2026 «Ich verkroch mich in eine Ecke und wartete auf das Ende», In der Bar «Le Constellation» im Walliser Skiort Crans-Montana ist es in der Neujahrsnacht zu einem verheerenden Brand gekommen. 40 Personen kamen ums Leben, Raubüberfall bei Post: Mann bedroht Personal mit Waffe, Richter verurteilt Sanija Ameti – danach inszeniert sie ihren politischen Tod, Letzte Kontrolle vor 17 Jahren: Neue Liste zeigt Versäumnisse, Kellnerin Behörden Baumarkt­mitarbeiter: Bei wem das Ehepaar Moretti die Schuld sieht, Crans-Montana: Gericht stellt Bar-Betreiber Ende der Untersuchungshaft in Aussicht, Der Besitzer der Bar «Le Constellation» sitzt nun in Untersuchungshaft, «Es ist eine Tragödie was hier passiert ist. Es ist zu viel für mich», «Eines der dramatischsten Ereignisse in der Geschichte des Landes», Inferno in Crans-Montana VS – Chronologie einer Katastrophe. «Frau auf Schulter einer anderen schwenkte Wunderkerzen»

2026.1.30 «Ich verkroch mich in eine Ecke und wartete auf das Ende»
Seit dem Brand in Crans-Montana steht das Leben der Familie Aubrun still. «Für uns existiert das Jahr 2026 nicht», sagt Lionel Aubrun, Vater von Matthieu (27), gegenüber RTS. Matthieu hatte erst zwei Wochen zuvor seine Arbeit im Le Constellation aufgenommen.
In der Silvesternacht wurden 25 Prozent seines Körpers verbrannt, zudem wurde seine Lunge durch giftige Rauchgase schwer geschädigt. Lange schwebte er in Lebensgefahr und musste in ein künstliches Koma versetzt werden. Kurz davor telefonierte er noch mit seinen Eltern: «Ich konnte nicht rausgehen und die anderen wegschubsen. Ich verkroch mich in einer Ecke und wartete auf das Ende.»
Seit dem 1. Januar lebt die Familie Aubrun in Metz, rund 170 Kilometer von ihrem Zuhause entfernt, um täglich an Matthieus Seite zu sein. Der junge Mann hat über zwölf Kilogramm verloren und steht vor einem jahrelangen Heilungsprozess. Seine Hände sind stark beschädigt, eine lange Rehabilitation ist unumgänglich. Für die Heilung der Hauttransplantate muss er die Sonne etwa zwei Jahre lang meiden und fast rund um die Uhr Kompressionskleidung tragen.
Zwar ist Matthieu inzwischen ausser Lebensgefahr und wird nicht mehr künstlich beatmet, doch sein Vater beschreibt ihn als «einen jungen Mann im Körper eines 90-Jährigen». Jeder Satz kostet ihn Kraft und Atem. Für die Familie beginnt nun ein neues Leben – geprägt von den körperlichen, psychischen und finanziellen Folgen der Tragödie, aber auch von der Hoffnung, dass Verantwortung übernommen wird.

2026.1.30 In der Bar «Le Constellation» im Walliser Skiort Crans-Montana ist es in der Neujahrsnacht zu einem verheerenden Brand gekommen. 40 Personen kamen ums Leben.
Die Walliser Strafverfolgungsbehörden haben die Ermittlungen auf zwei weitere Personen ausgeweitet. Ein aktueller und ein ehemaliger Gemeindemitarbeiter werden im Februar als Beschuldigte einvernommen. Zuvor führte die Staatsanwaltschaft nur das Betreiberpaar der betroffenen Bar als Beschuldigte.
Die italienische Regierung hat am Samstag (24. 1.) den italienischen Botschafter aus der Schweiz zurückgerufen. Man will «weitere Massnahmen beschliessen», wie es hiess, aus Unzufriedenheit über den Gang der Untersuchungen im Wallis. Beobachter befürchten ein diplomatisches Nachspiel.
Laut der Staatsanwaltschaft wurde der Antrag eines Opferanwalts auf die Ernennung eines ausserordentlichen Staatsanwalts abgelehnt. Das schreibt sie am Freitag (23. 1.).
Laut der Walliser Staatsanwaltschaft sind zurzeit rund 130 Straf- und Zivilklägerinnen und -kläger konstituiert. Diese werden durch etwa fünfzig Anwältinnen und Anwälte vertreten, wie die Staatsanwaltschaft am Freitag (23. 1.) mitteilte.
Nach der Katastrophe in Crans-Montana stehen die Walliser Behörden sowie die Barbetreiber in der Kritik. Gemeinde und Kanton werden unzureichende Sicherheitskontrollen vorgeworfen. Auch bei den Ermittlungen kam es zu Fehltritten und Kehrtwenden.
Beim verheerenden Brand in der Bar «Le Constellation» sind in der Silvesternacht 40 Personen ums Leben gekommen. 116 weitere wurden teilweise schwer verletzt, unter ihnen zahlreiche Jugendliche. Der Brand wurde mutmasslich ausgelöst, als Funken von Sprühfontänen an Champagnerflaschen die brennbare Deckenkonstruktion entzündeten. Die schnelle Ausbreitung des Feuers führte zu einem sogenannten Flashover.

2026.1.30 Raubüberfall bei Post: Mann bedroht Personal mit Waffe
Am Donnerstagabend überfiel ein bewaffneter Mann die Postfiliale in Frick. Die Polizei leitete umgehend eine Fahndung ein und nahm zwei Tatverdächtige fest.
Am Donnerstagabend, kurz nach 17:30 Uhr, betrat ein vermummter, dunkel gekleideter Mann die Postfiliale in Frick. Er bedrohte das Personal mit einer Waffe und forderte die Herausgabe von Bargeld, wie die Kantonspolizei Aargau am Freitag mitteilt.
Anschliessend flüchtete der Täter mit mehreren Tausend Franken Bargeld zu Fuss in unbekannte Richtung. Drittpersonen alarmierten die Polizei. Diese leitete umgehend eine gross angelegte Fahndung ein, die rasch zum Erfolg führte.
Waffe in der Tasche
Nur wenige Minuten später traf die Regionalpolizei Oberes Fricktal unweit des Tatorts auf einen Mann, der der Täterbeschreibung entsprach. Er führte eine Tasche mit einer Waffe und mutmasslichem Deliktsgut mit sich.
Die Polizei nahm den 46-jährigen Schweizer unter dringendem Tatverdacht vorläufig fest. Es wird geprüft, ob er mit weiteren Raubüberfällen in Verbindung steht.
Schweizerin (45) auch festgenommen
In der Umgebung konnte zudem eine zweite tatverdächtige Person, eine 45-jährige Schweizerin, angehalten und kontrolliert werden.
In welchem Zusammenhang sie mit dem Raub steht, ist Gegenstand laufender Ermittlungen. Die Kantonspolizei Aargau hat die Ermittlungen aufgenommen. Die Staatsanwaltschaft Rheinfelden- Laufenberg hat eine Strafuntersuchung eröffnet. Verletzt wurde niemand.

2026.1.29 Letzte Kontrolle vor 17 Jahren: Neue Liste zeigt Versäumnisse

Die Bar Le Constellation wurde zuletzt 2019 überprüft. Eine Liste zeigt nun: Einige Betriebe wurden zuletzt 2017 kontrolliert, ein Hotel gar 2009 zuletzt.

Von 110 öffentlichen Einrichtungen in der Gemeinde Crans-Montana sind 54 in einer «roten Kategorie» aufgeführt. Der Brandschutz dieser Restaurants, Hotels, Bars oder Kliniken wurde 2025 oder gar in den Jahren zuvor nicht überprüft. Bei 18 weiteren öffentlichen Einrichtungen gilt der letzte Kontrollstand als unklar.

Die Tageszeitung «Le Nouvelliste» schreibt, ihr liege die entsprechende Liste vor. Darauf ist auch Le Constellation aufgeführt. Die Bar, in der in der Neujahrsnacht ein tödlicher Brand ausbrach, wurde zuletzt 2019 überprüft. Gemäss einem Vermerk sollte die nächste Überprüfung im Frühjahr 2026 erfolgen.

«Keine Akte»
Zwei Einrichtungen wurden gar 2017 zuletzt kontrolliert. Die Zeitung hebt aber ein Hotel besonders hervor. Der letzte Bericht eines Sicherheitsbeauftragten der Gemeinde stammte aus dem Jahr 2009. 16 weitere Einrichtungen sollen die Bemerkung «keine Akte» aufweisen, obwohl sie seit mindestens einem Jahrzehnt betrieben werden. Bedeutet das, sie wurden gar nie kontrolliert? Da jeweils keine weiteren Erklärungen zur Bedeutung von «keine Akte» zu finden sind, ist das unklar.

Das sagt die Gemeinde
In den Dokumenten finde sich keine Begründung für die Verzögerungen, schreibt «Le Nouvelliste». Die Gemeinde hat gegenüber der Zeitung keine weiteren Auskünfte zur Liste gegeben.

Kantonales Problem
Gegenüber «Le Temps» sagten anonyme Gemeindevertreter, auch in ihrer Gemeinde sei es «schwierig, wenn nicht gar unmöglich», jährliche Kontrollen durchzuführen.

«Wir schaffen das Tempo nicht. Wenn man das Verhältnis anschaut, merkt man, dass es an Personal fehlt», sagt eine Person. «Angesichts der Tragödie von Crans-Montana ist es schwer, das zu sagen, aber wir müssen es tun: Diese Kontrollen sind extrem kompliziert zu organisieren», sagt auch ein Unterwalliser Gemeindepräsident.

Nicht nur das Wallis, sondern auch andere Kantone kennen das Problem. Mehr dazu in diesem Artikel.

Verbesserungen angekündigt
Bereits eine Woche nach der Tragödie in Crans-Montana wurde bekannt, dass die fehlenden Kontrollen dem Kanton hätten auffallen müssen. Die Gemeinde hätte alle Berichte einreichen müssen. «Wenn kein Bericht eingeht, gehen wir davon aus, dass alles in Ordnung ist», sagte der Chef des kantonalen Amts für Feuerschutz, Philippe Hildbrand, gegenüber SRF.

Die öffentlichen Einrichtungen sollten ab 2027 eigentlich nur noch alle zehn Jahre überprüft werden. «Deshalb wurden die Gemeinden in den letzten Jahren nicht zusätzlich belastet», erklärte Hildbrand. Die entsprechende Gesetzesänderung ist vorerst vom Tisch.

Das Wallis überprüft derweil den Einsatz von zusätzlichem Personal, um die Kontrollen konsequent im geforderten jährlichen Rhythmus umzusetzen.

2026.1.28 Kellnerin, Behörden, Baumarkt­mitarbeiter: Bei wem das Ehepaar Moretti die Schuld sieht

Die Betreiber des Constellation sehen sich moralisch verantwortlich für die Tragödie in Crans-Montana, wie ihre Anwälte sagen. Bei den Befragungen der Staatsanwaltschaft halten sie aber fest: Fehler gemacht hätten vor allem andere.

Jacques Moretti und seine Frau am Tag ihrer Anhörung.

In Kürze:
Zum leicht brennbaren Akustikschaum sagte Jacques Moretti, er habe ihn auf Empfehlung gekauft und getestet.
Der fatale Umzug mit Sprühkerzen durch das Lokal sei auf Initiative des Personals gemacht worden, sagte Jessica Moretti.
Ob solche Erklärungen sie vor der Verantwortung in juristischem Sinn schützen, wird die Untersuchung der Walliser Justiz zeigen.

Wortgefechte zwischen Anwälten, Tränen und eine Staatsanwältin, die zur Ordnung mahnen muss: Bei den Einvernahmen von Jacques und Jessica Moretti letzte Woche durch die Walliser Staatsanwaltschaft gingen teils die Emotionen hoch. Im Kern ging es oft um dieselben Fragen: Wer hätte besser hinschauen und Risiken erkennen müssen? Wer trägt Verantwortung? Wer ist schuld an den 40 Toten und 116 Verletzten der Silvesternacht von Crans-Montana?

Die Einvernahmeprotokolle, die dieser Zeitung vorliegen, zeigen, wie das Wirtepaar des Constellation in sechs zentralen Punkten versucht, die Schuld anderen zuzuschreiben. Die derzeit bekannten Untersuchungsakten zeigen nur einen Teil der Ermittlungen. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass es auch gegenteilige Erkenntnisse gibt.

1.Der Akustikschaum? Auf Empfehlung gekauft und angeblich getestet
Das Feuer eskalierte so schnell, weil die Schaumstoffmatten zur akustischen Isolation an der Decke des Constellation-Kellers leicht entflammbar waren. Jacques Moretti hatte den Schaumstoff bei der Renovierung 2015 selber montiert. Er habe das Material zuvor in einem Baumarkt gekauft, sagte er den drei Staatsanwältinnen, die ihn vernahmen – und zwar auf Empfehlung eines Verkäufers. «Ich ging zu Hornbach und habe erklärt, dass ich Akustikschaumstoff für ein öffentliches Lokal brauche. Man hat mir geraten, diesen Schaum zu nehmen.»

In seiner ersten Befragung durch die Polizei am 1. Januar hatte Moretti gesagt, er habe den Schaum auf seine Brennbarkeit getestet. Letzte Woche führte er dazu aus: «Ich hatte noch ein kleines Stück Schaum übrig. Ich habe einen Bunsenbrenner genommen, um die Auswirkung auf den Schaum zu sehen. Das hat alles durchlöchert. Aber das Einzige, was mich gestört hat, war der Rauch, ansonsten hat mich nichts schockiert.» Es habe zwar auch ein wenig gebrannt, «aber es war nicht vergleichbar mit dem, was man auf den Videos vom 1. Januar gesehen hat. Es gab einen Krater und dann nur wenige Flammen an den Seiten.»

2.Die Kontrollen? Sogar der Feuerwehrmann habe nichts zum Schaum gesagt
Moretti erklärte den drei Staatsanwältinnen, im Constellation sei betreffend Brandschutz «alles eingehalten» worden, insbesondere hinsichtlich Feuerlöschern und Notausgängen. Ein Sprinklersystem habe es nicht gegeben, weil «zu keinem Zeitpunkt gesagt worden ist, weder vom Sicherheitsbeauftragten noch von sonst wem, dass man eines installieren muss». Dass die Behörden in zwei Kontrollgängen auch einige Mängel feststellten, war in der Einvernahme kaum Thema.

Vielmehr versuchte Moretti, die Kontrollgänge von 2016, 2018 und 2019 zu seinen Gunsten auszulegen. Die Inspektionen seien vom kommunalen Sicherheitsbeauftragten in Begleitung vom damaligen Eigentümer des Lokals und zumindest in zwei Fällen auch vom Feuerwehrkommandanten durchgeführt worden. Letzterer sei ebenso wie der Sicherheitsbeauftragte in den Keller hinuntergegangen. Die beiden hätten keinerlei Bemerkungen zum Akustikschaum an der Decke gemacht, erklärte Moretti.

Für Moretti heisst das, der Schaumstoff sei von den Behörden «abgenommen» worden. Allerdings musste er einräumen, dass er sich nicht erinnern könne, ob er die Inspektoren informiert habe, dass in seinem Lokal regelmässig Sprühkerzen verwendet würden. Das an den Champagnerflaschen befestigte Indoor-Feuerwerk hatte an Silvester die Decke in Brand gesetzt.

Gemäss Recherche sollen der damalige Sicherheitsbeauftragte der Gemeinde und der Feuerwehrkommandant am 9. und am 11. Februar einvernommen werden. Sie äussern sich nicht öffentlich zu Fragen über die Kontrollen. Gemeindepräsident Nicolas Féraud bereitete eine mögliche Verteidigungslinie für sie bereits an einer Medienkonferenz vom 6. Januar vor: dass eine Kontrolle des Akustikschaums nicht in ihren Zuständigkeitsbereich fiel.

3.Sprühkerzen auf den Schultern? Das sei die Idee des Personals gewesen
Im Constellation wurden seit zehn Jahren regelmässig Sprühkerzen entzündet. Das sagten die Eheleute Moretti, Barmitarbeitende und Gäste in Einvernahmen übereinstimmend. Dabei habe es «nie Probleme» gegeben, erklärte nun Jacques Moretti den Staatsanwältinnen.

Aber wie kam es dazu, dass sich in der Unglücksnacht eine Kellnerin auf die Schultern ihres Kollegen setzte und so mit den Sprühkerzen der Decke zu nahe kam? «Ich habe weder die Anweisung gegeben, das zu tun, noch es zu unterlassen», sagte Jacques Moretti zu diesem Punkt. Er habe seine Angestellten nicht vor dem Risiko dieser Praxis gewarnt, «weil ich keine Gefahr sah». Er fügte hinzu, die Kellnerin habe es gern gemacht: «Es war eine Show, sie ging in der Show auf.» Die Kellnerin, die einer anderen Person auf die Schultern gestiegen war, ist beim Brand ums Leben gekommen.

Jessica Moretti leitete den Barbetrieb in der Silvesternacht. Sie erklärte in ihrer Einvernahme, die einzige Anweisung an das Personal zur Verwendung der Sprühkerzen sei gewesen, sie nach dem Servieren der Flaschen wieder einzusammeln, um zu verhindern, dass sich die Gäste verbrennen würden. Dass die Kellnerin auf die Schultern genommen wurde, beschrieb sie als spontane Initiative ihres Personals: «Es ist festlich. Sie lassen sich mitreissen. (…) Das Personal entschied, die Angestellten untereinander. (…) Wenn ich schon nur das geringste Risiko erkannt hätte, hätte ich es verboten. Für mich gab es keinerlei Risiko. In zehn Jahren Betrieb habe ich nie gedacht, dass es gefährlich sein könnte.»

Laut einer Kellnerin, die überlebt hat, hat Jessica Moretti die andere Kellnerin ausdrücklich darum gebeten, beim fatalen Flaschenservice mitzumachen. Moretti soll ihren Mitarbeiterinnen auch die Anweisung gegeben haben, für den Service Masken aufzusetzen, die das Sichtfeld einschränkten. Auf Werbevideos sieht man, dass das auch schon früher so gemacht wurde.

Und ein ehemaliger Mitarbeiter des Constellation sagte gegenüber RTS, die Umzüge durch die Bar seien von den Morettis verlangt worden. «Wir wurden von den Besitzern dazu angehalten, die Kellnerinnen mit Sprühkerzen auf den Schultern zu tragen, um andere Gäste dazu zu animieren, dieselbe Show zu bestellen», erklärte er.

4.Massnahmen im Brandfall? Man habe das Personal instruiert
Bei seiner ersten Befragung am Neujahrstag hatte Jacques Moretti angegeben, sein Personal habe keine Schulung für den Brandfall gehabt. Letzte Woche sagte er dann, er habe dem Personal sehr wohl die Anweisung gegeben, in einem Brandfall Gäste zu evakuieren und Alarm zu schlagen. Eine überlebende Kellnerin sagte ihrerseits der Polizei, sie habe niemals eine solche Direktive erhalten. In ihrem Fall habe er es «vielleicht vergessen», sagte Moretti dazu.

Weiter erklärte Moretti, auch der Security-Mitarbeiter sei über seine Direktiven im Brandfall informiert gewesen. Jessica Moretti gab in ihrer Befragung sogar an, es sei an diesem Angestellten gewesen, im Brandfall dem restlichen Personal die Anweisungen zu geben. Auch der Security-Mitarbeiter ist an Silvester umgekommen.

5.Die verschlossene Tür? Das sei ein Mitarbeiter gewesen
Drei der Opfer starben in der Nähe einer Seitentür im Erdgeschoss. Möglicherweise hatten sie versucht, sich über diese Seitentür aus dem Lokal zu retten. Jedoch war diese Tür in der Unglücksnacht verschlossen. Laut einer Auflage der Walliser Behörden aus dem Jahr 2015 war diese Tür ein Notausgang und hätte entsprechend gekennzeichnet werden sollen. Für Jacques Moretti handelte es sich hingegen um eine einfache «Servicetür», wie er mehrmals erklärte. Diese sei auch nie verschlossen, sondern immer offen gewesen. Wer also hatte sie an Silvester abgeschlossen?

Jacques Moretti beschuldigte in seiner Einvernahme einen Angestellten eines seiner anderen Lokale. Dieser habe die Tür mit einem in zwei Meter Höhe angebrachten Riegel verschlossen. Der Angestellte war kurz vor dem Brand ins Constellation gekommen, um Eiswürfel zu bringen. Der junge Mann schilderte die Ereignisse jedoch anders: Bei seiner polizeilichen Befragung am 2. Januar erklärte er, nicht er, sondern ein anderer Kollege habe die Tür möglicherweise verschlossen.

6.Verantwortung? Ja, aber …
Bei seiner ersten Befragung am 1. Januar sagte Jacques Moretti in Bezug auf die Opfer des Brandes noch, er fühle sich «verantwortlich dafür, sie nicht geschützt zu haben». Das ist ein Satz, den er später nicht wiederholte: «Ich hätte mir eine solche Tragödie zu keinem Zeitpunkt vorstellen können», erklärte er nun letzte Woche. «Das ist unvorstellbar. Es ist unbegreiflich. Ich habe keinerlei Erklärung. (…) Arbeiten machen mir keine Angst, und wenn etwas hätte geändert werden müssen, hätte ich es getan.»

Zwischen der ersten Befragung und der Vernehmung letzte Woche traten auch die Anwälte der Morettis auf. In einem Fernsehinterview stellten sie klar: Ihre Klienten fühlten sich moralisch verantwortlich für das Drama. Aber was das für eine strafrechtliche Verantwortung bedeute, das sei eine ganz andere Frage. Für das Ehepaar Moretti gilt die Unschuldsvermutung.

2026.1.28 Richter verurteilt Sanija Ameti – danach inszeniert sie ihren politischen Tod

Das Zürcher Bezirksgericht spricht die Politaktivistin schuldig, weil sie die Glaubensfreiheit gestört hat. Ein aussergewöhnlicher Fall.

Auf Instagram hat Sanija Ameti den Vorfall dokumentiert und danach gelöscht.

Am Mittwochmorgen herrscht am Zürcher Bezirksgericht Ausnahmezustand: Vor dem Eingang bildet sich eine lange Schlange; die Kantonspolizei kontrolliert mit Metalldetektoren. Sanija Ameti betritt lächelnd den Saal und winkt ihren Unterstützerinnen zu.

Inhaltsverzeichnis
1.Warum ist das wichtig?
2.Was sagt der Staatsanwalt?
3.Was sagen die Kläger?
4.Wie verteidigt sich Ameti?
5.Wie lautet das Urteil?
6.Wie reagiert Ameti?

Die 33-Jährige steht wegen einer inszenierten Schiessübung vor Gericht: An einem Freitagabend im September 2024 ballerte sie im Keller ihres Zürcher Wohnhauses mit einer Druckluftpistole auf ein Katalogbild mit Maria und Jesus. Sie veröffentlichte Fotos davon auf Instagram und schrieb «abschalten» dazu. Ihre politischen Gegner erstatteten Strafanzeige. Die Staatsanwaltschaft erhob Anklage wegen Störung der Glaubensfreiheit.

1.Warum ist das wichtig?
Verfahren wegen Störung der Glaubensfreiheit sind selten. Umstritten ist, ob der Straftatbestand noch zeitgemäss ist – er kollidiert mit der Trennung von Staat und Religion. Alt-Bundesrichter Niccolò Raselli betonte vor dem Prozess, dass es um den religiösen Frieden gehe: «Ich würde den Strafartikel nicht vorschnell als überholt bezeichnen, arten doch religiöse Konflikte, wie die Geschichte zeigt, mitunter blutig aus.»

2.Was sagt der Staatsanwalt?
«Hat die Staatsanwaltschaft nichts Besseres zu tun, als eine schon genug bestrafte Frau vor den Karren zu zerren?» So fasst Staatsanwalt Andrej Gnehm die Reaktionen auf seine Anklage zusammen. Der Shitstorm gegen Ameti erinnere ihn zwar an eine «moderne Hexenverbrennung». Doch die Frage sei falsch gestellt. Ihm gehe es nur um das Gesetz.

Er bezeichnet Ametis Version der Story als «Räuberpistole», als frei erfunden. Lebensfremd sei, dass sie nicht gewusst haben wolle, worauf sie geschossen habe. Sie sei «für ihre spitze Zunge» bekannt und suche mit gezielten Provokationen maximale Aufmerksamkeit. Nun sei sie mit dieser öffentlichen Inszenierung zu weit gegangen. Sie könne sich nicht auf die Meinungsfreiheit berufen, da es sich um keine künstlerische Darstellung handle.

3.Was sagen die Kläger?
Zu den Privatklägern gehören Nils Fiechter, Präsident der Jungen SVP Schweiz, und seine Frau Sarah Regez. Er sieht die Grundwerte der Schweiz in Gefahr: Die Verfassung bekenne sich zu Gott, die Flagge trage ein Kreuz. «Als wählerstärkste Jungpartei setzen wir uns für die Wahrung unserer christlichen Grundwerte ein», sagt er. Auch er persönlich fühle sich als gläubiger Christ verletzt. Dann legt er nach: «Sanija Ameti sprach die Sprache von islamistischen Terroristen.» Und: «Wollen wir möglichen Nachahmern einen Freipass für solche Taten geben?»

4.Wie verteidigt sich Ameti?
Sanija Ameti, sonst bekannt für grosse Worte, überlässt das Reden ihrem Verteidiger Peter Bettoni. Er stellt sie als Opfer eines politischen Prozesses dar. Für ihn sei klar, worum es den Klägern tatsächlich gehe: um Remigration. Das ist ein Schlagwort einer rechtsextremen Bewegung aus dem Umfeld von Sarah Regez. Diese reagiert mit einem empörten Blick. Ameti flüchtete als Kind mit ihrer Familie vor dem Bosnienkrieg.

Der Verteidiger bestreitet, dass Ameti mit ihrer Schiessaktion den religiösen Frieden in der Schweiz gefährdet habe. Der Post sei nur eine Nacht online gewesen; sie habe ihn umgehend gelöscht und um Vergebung gebeten. Er erkennt eine Ironie: Die Privatkläger und die Medien hätten die virale Verbreitung des Beitrags verursacht, nicht Ameti.

Zudem habe Ameti beim Schiessen tatsächlich nicht erkannt, worauf sie gezielt habe. Sie habe dabei an ihre Mutter und ihren Bruder gedacht, der in Bosnien erschossen wurde: «Der Krieg wurde in ihrer Familie tabuisiert. Erst nach dem Vorfall konnte sie mit ihrer Mutter zum ersten Mal darüber sprechen.» Die Schiessaktion sei eine verzögerte Verarbeitung ihres Kriegstraumas.

5.Wie lautet das Urteil?
«Frau Ameti», beginnt der Richter, «es geht heute nicht darum, welche Gesetze gelten sollen, sondern wie die bestehenden Gesetze angewendet werden.» Er verurteilt sie wegen Störung der Glaubensfreiheit zu einer bedingten Geldstrafe von 60 Tagessätzen à 50 Franken und einer Busse von 500 Franken. Er bleibt unter dem Antrag der Staatsanwaltschaft: Ameti sei medial vorverurteilt und seitdem arbeitslos.

Ameti habe den christlichen Glauben gering geschätzt, indem sie «zum Abschalten» auf die Köpfe von Maria und Jesus geschossen und die Einschusslöcher gezeigt habe. Sie habe dadurch den Religionsfrieden gestört. Das zeige das Polizeiaufgebot, das danach für ihre persönliche Sicherheit und jetzt für die Gerichtsverhandlung nötig geworden sei.

6.Wie reagiert Ameti?
Vor Gericht sagt sie kein Wort. Danach kündigt sie eine Rede vor dem Schauspielhaus an. Doch sie lässt die Journalisten im Regen stehen und deponiert ihre Rede auf einem Stuhl. Sie wolle erzählen, was die Leute wirklich von ihr wissen wollten, steht darin. Wer ihren Namen google, erhalte folgende Suchvorschläge:
Sanija Ameti Freund
Sanija Ameti Religion
Sanija Ameti Herkunft

Ameti kommentiert: «Keuschheitsstatus, Religion, Herkunft – das ist es offenbar, was die interessierte Öffentlichkeit wirklich von mir wissen will.» Ihre Antworten:
«Ich habe einen sehr netten Freund, dessen Stammbaum im Ämmital beginnt.»
«Ich habe keine Religion und bleibe wohl Atheistin.»
«Meine Muttersprache ist Bosnisch.»

Sie kritisiert, dass sie mit solchen Angaben öffentlich beschämt werde. Sie sehe nur einen Ausweg: den Tod der öffentlichen Figur. Deshalb verkündet sie: «Sanija Ameti, die Schweizer Politikerin, die sich selbst verleugnet hat, musste sterben.» Von ihren politischen Ämtern ist sie zurückgetreten. Der Regen prasselt auf den leeren Stuhl.

2026.1.12 Crans-Montana: Gericht stellt Bar-Betreiber Ende der Untersuchungshaft in Aussicht

Jacques Moretti muss drei Monate in Untersuchungshaft, könnte aber gegen Auflagen rasch freikommen. Derweil lehnt die Staatsanwaltschaft die Gemeinde als Nebenklägerin ab – ein Strafrechtler findet das selbstverständlich.

Jacques Moretti und seine Frau am Tag ihrer Anhörung.

Nach der Walliser Staatsanwaltschaft sieht auch das Zwangsmassnahmengericht bei Jacques Moretti, dem Co-Betreiber der Bar «Le Constellation» in Crans-Montana, eine Fluchtgefahr. Das Gericht in Sitten verhängte deshalb nach einer Anhörung am Montagvormittag eine Untersuchungshaft für vorerst drei Monate gegen den Franzosen. Gleich im zweiten Satz der Medienmitteilung des Gerichts kommt jedoch das grosse Aber.

Das Gericht habe dem Beschuldigten seine Bereitschaft mitgeteilt, gegen Auflagen die Untersuchungshaft aufzuheben, heisst es da. Solche Auflagen, insbesondere die Zahlung einer Kaution, habe bereits die Staatsanwaltschaft für den Fall gefordert, dass das Gericht der Untersuchungshaft nicht stattgebe. «Da die Festsetzung der Sicherheitsleistung eine sorgfältige Prüfung erfordert, muss die Freiheitsbeschränkung bis auf weiteres bestehen bleiben.»

Jessica Moretti begrüsst den Entscheid
Morettis Ehefrau Jessica, die Mitbetreiberin der Bar, in welcher in der Silvesternacht 40 Menschen ums Leben kamen und 116 verletzt worden waren, begrüsste in einer Mitteilung den Entscheid. Das Gericht habe «die uneingeschränkte Zusage» des Duos gewürdigt, «sich dieser Justizprüfung nicht zu entziehen», schrieb die Genfer Anwaltskanzlei Hayat & Meier. Das Paar wolle diese Prüfung vielmehr «gemeinsam bewältigen».

Jessica Moretti war nach der ersten Einvernahme des Paares als Beschuldigte am vergangenen Freitag auf freiem Fuss geblieben. Die Staatsanwaltschaft begründete das gegenüber der Nachrichtenagentur ATS mit dem «persönlichen Werdegang» und den «sozialen Bindungen» der Beschuldigten. Nicht näher spezifizierte «alternative Massnahmen» reichten aus, um einer Fluchtgefahr entgegenzuwirken.

Jacques Moretti hingegen wurde direkt vom Gebäude der Staatsanwaltschaft in vorläufige Untersuchungshaft abtransportiert. «Aufgrund seiner Aussagen, seines bisherigen Lebens und seiner persönlichen Situation in der Schweiz und im Ausland schätzt die Staatsanwaltschaft die Fluchtgefahr als real ein», teilte die Behörde mit. Moretti war 2008 in Frankreich wegen Zuhälterei zu zwölf Monaten Haft verurteilt worden, davon acht auf Bewährung.

Crans-Montana darf nicht Privatklägerin sein
Ebenfalls am Montag wurde bekannt, dass die Walliser Staatsanwaltschaft die Gemeinde Crans-Montana nicht als Nebenklägerin in den Strafermittlungen zulassen will. Das berichtete das Westschweizer Radio und Fernsehen RTS und zitierte ausführlich aus den Verfahrensakten. Weder die Staatsanwaltschaft noch der Anwalt der Gemeinde oder die Gemeinde selbst antworteten auf eine Anfrage der NZZ.

Die Staatsanwaltschaft begründete laut RTS ihren Entscheid damit, dass die Rechte der Gemeinde nicht direkt durch eine Straftat verletzt worden seien, sie also keine Geschädigte sei. Das sieht der Anwalt und Direktor des Strafrechtszentrums der Universität Lausanne, Alain Macaluso, genau so.

Wenn es zum Beispiel um Straftaten gegen das Leben gehe – wie im Fall der Brandkatastrophe –, dann sei der Geschädigte derjenige, dessen Leben angegriffen worden sei, sagt Macaluso. Das gelte selbstverständlich insbesondere bei Todesfolge. Genauso verhalte es sich bei Körperverletzung. «Natürlich passt die Gemeinde in keine dieser Kategorien.»

Der Gemeindepräsident von Crans-Montana, Nicolas Féraud, hatte an einer Medienkonferenz vor einer Woche gesagt, die Gemeinde sei «mehr als alle anderen» Geschädigte der Brandkatastrophe. Dafür wurde Féraud stark kritisiert. Weil die Gemeinde zugleich seit Jahren fehlende Brandschutzkontrollen unter anderem in der Bar «Le Constellation» eingeräumt hatte, forderten schon damals Beobachter, ihr keineswegs den Status als Geschädigte und Privatklägerin zuzugestehen.

Vielmehr stellt sich zunehmend die Frage, ob und gegebenenfalls wann die Staatsanwaltschaft insbesondere die Sicherheitsbeauftragten der Gemeinde und der 2017 in Crans-Montana aufgegangenen Gemeinde Chermignon vernimmt. Diese haben sich auf Medienanfragen noch nicht geäussert. Der Genfer Zeitung «Le Temps» sagten die Anwälte des derzeitigen Sicherheitsbeauftragten, dieser behalte seine Aussagen für die Staatsanwaltschaft vor.

2026.1.9 Der Besitzer der Bar «Le Constellation» sitzt nun in Untersuchungshaft

Nach einer morgendlichen Einvernahme ist Jacques Moretti in Untersuchungshaft genommen worden. Die Walliser Staatsanwaltschaft begründet ihren Entscheid mit Fluchtgefahr.

Jacques Moretti mit seiner Ehefrau Jessica auf dem Weg zur polizeilichen Einvernahme. x1200

Der Betreiber der Bar «Le Constellation» in Crans-Montana ist heute Freitag nach einer morgendlichen Einvernahme in Untersuchungshaft genommen worden. Bei einem durch Wunderkerzen entstandenen Grossbrand in seinem Lokal kamen in der Silvesternacht 40 Menschen ums Leben, über hundert wurden verletzt.

Das Feuer entstand, nachdem eine Kellnerin eine brennende Wunderkerze, die auf einer Champagnerflasche befestigt war, zu nah an eine Schallschutzdecke gehalten hatte. Später stellte sich heraus, dass das Deckenmaterial aus leicht brennbarem Kunststoff bestand. Zudem war offenbar die einzige Treppe, die in die Kellerbar führte, verschmälert worden, und ein zweiter Ausgang war offenbar entweder geschlossen oder zu wenig ausgeschildert.

Vorbestraft in Frankreich
Die zuständige Staatsanwältin Catherine Seppey hatte die Festnahme Jacques Morettis nach dessen Einvernahme angeordnet. Seine Ehefrau wurde nicht in Gewahrsam genommen.

Wie das Portal «Lémanbleu» berichtet, ging es bei der Befragung am Freitagmorgen in Sitten nicht um konkrete Tatvorwürfe, sondern ausschliesslich um die persönliche Situation des Paars. In den vergangenen Tagen hatten sowohl die Anwälte der Opfer als auch internationale Medien den Druck erhöht und eine Inhaftierung des Betreiberpaars gefordert.

Die zuständige Staatsanwältin begründet den Entscheid mit Fluchtgefahr. Moretti stammt aus Korsika und ist Franzose. Der Entscheid muss innert 48 Stunden vom Zwangsmassnahmengericht bestätigt werden. Noch vor wenigen Tagen hatten die Walliser Strafverfolgungsbehörden erklärt, es bestehe weder ein Verdacht auf Flucht- noch auf Verdunkelungsgefahr. Das Paar hatte nach der Katastrophe erklärt, es sei «am Boden zerstört» und wolle uneingeschränkt mit den Behörden kooperieren.

Am Freitag erkannte Staatsanwältin Seppey zwar weiterhin keine Kollusionsgefahr, dafür aber eine Fluchtgefahr. Diese könne grundsätzlich durch Ersatzmassnahmen abgefedert werden, etwa durch das Tragen einer elektronischen Fussfessel oder die Leistung einer Kaution. Die Staatsanwaltschaft beantragt deshalb beim Zwangsmassnahmengericht, Jacques Moretti unter solchen Ersatzmassnahmen wieder auf freien Fuss zu setzen. Für Moretti gilt weiterhin die Unschuldsvermutung.

Mit der Inhaftierung rückt auch die Vorgeschichte des Barbetreibers in den Fokus. Jacques Moretti ist der französischen Justiz seit Jahren bekannt. Er sass 2005 in Savoyen in Untersuchungshaft und wurde 2008 in Annecy wegen Anstiftung zur Prostitution verurteilt. Das Gericht sprach damals eine zwölfmonatige Freiheitsstrafe aus, von der acht Monate bedingt vollzogen wurden.

Der Fall betraf die Anwerbung junger Frauen, die anschliessend in einem Erotikmassagesalon in Genf arbeiten sollten. Moretti bestritt die Vorwürfe weitgehend und gab lediglich zu, den Salon zeitweise unter fremdem Namen geführt zu haben. Später folgte in Korsika eine weitere Verurteilung wegen Sozialbetrugs. Seine Ehefrau ist nicht vorbestraft.

Woher hat das Paar so viel Geld?
In den vergangenen Tagen warfen verschiedene Medien zudem die Frage auf, wie das Paar, das das «Le Constellation» ursprünglich nur gepachtet hatte, zu so viel Geld kam, dass es in den vergangenen Jahren im Raum Crans-Montana und Lens mehrere Immobilien erwerben konnte – ohne eine Hypothek aufzunehmen.

Neben der Bar «Le Constellation» gehören dem Paar mehrere Einfamilienhäuser sowie weitere Gastrobetriebe. Im Grundbuch sind laut den Recherchen keine Fremdfinanzierungen eingetragen. Der Gesamtwert der Liegenschaften beläuft sich auf mehrere Millionen Franken.

Anwälte von Brandopfern äusserten öffentlich Zweifel an der Herkunft dieser Mittel. Der französische Jurist Sébastien Fanti sprach von einem «unheimlichen» Vermögenswachstum und verwies darauf, dass Moretti zunächst lediglich als Restaurantleiter tätig gewesen sei, bevor er innert kurzer Zeit Immobilien in Millionenhöhe bar bezahlt habe. Auch aus dem Umfeld der Ermittlungen heisst es nun, die finanziellen Verhältnisse des Paars könnten Teil der Abklärungen werden.

Seit der Brandkatastrophe stehen alle Betriebe der Morettis still. Die Behörden schlossen die Herberge «Le Vieux Chalet» in Lens sowie ein Burger-Restaurant in Crans-Montana.

2026.1.2 «Es ist eine Tragödie, was hier passiert ist. Es ist zu viel für mich»
Nach der Silvesternacht mit mindestens vierzig Toten versinkt der Walliser Skiort Crans-Montana in Fassungslosigkeit. Reportage aus einem Ort, der trauert.
Immer wieder versagt Ilan Alhour die Stimme. Es ist Donnerstagabend, kurz nach 21 Uhr. Alhour, 26 Jahre alt, will von der Silvesternacht im Walliser Skiort Crans-Montana erzählen. Davon, wie er binnen weniger Stunden mehrere seiner Freunde verloren hat. Und davon, wie er beinahe selbst zum Opfer des Feuers hätte werden können.
Doch die Tränen ersticken seine Worte.
Die Menschen von Crans-Montana haben sich auf einer gesperrten Strasse eingefunden, um gemeinsam zu trauern. Ilan Alhour hat Teelichter angezündet und auf die Erde gelegt. Jedes Mal, wenn eines der Kerzchen Feuer fängt, berührt Alhour mit einer Hand den eisigen Boden. Er hält inne, starrt in die Flamme und hebt dann den Blick zum Himmel. Seine Lippen bewegen sich. Aber Ilan Alhour bleibt still.
2026.1.1 «Frau auf Schulter einer anderen schwenkte Wunderkerzen»

Inferno in Crans-Montana VS – Chronologie einer Katastrophe
«Frau auf Schulter einer anderen schwenkte Wunderkerzen»
Das Inferno von Crans-Montana erschüttert die Schweiz und die Welt. Über 40 Tote und 115 Verletzte nach einem Brand in der Bar «Le Constellation» in Crans-Montana. Blick rekonstruiert die Todesnacht mit allen offiziellen Angaben und Augenzeugenberichten.

Auf Social Media kursiert dieses unbestätigte Bild. Es soll die Feier in der Bar zeigen, wobei die Wunderkerzen in den Champagner-Flaschen das Dämm-Material an der Decke in Brand setzen.
Foto: Screenshot X

Das Inferno in der Bar «Le Constellation» in Crans-Montana VS wird als eine der grössten Schweizer Tragödien in die Geschichte eingehen. Über 40 Menschen verloren beim Brand in der Silvesternacht ihr Leben, rund 115 wurden grösstenteils schwer verletzt.

Wie genau es dazu kommen konnte, wird aktuell untersucht, Details sind bisher nicht offiziell bekannt. Durch Zeugenaussagen und Informationen der Behörden, lässt sich ein Teil der tragischen Nacht aber rekonstruieren.

Es hätte eine sorglose und unvergessliche Party in der Luxusdestination Crans-Montana werden sollen. In der Bar «Le Constellation» drängen sich Hunderte von Menschen aus aller Welt und lassen das alte Jahr ausklingen. Die Stimmung ist ausgelassen, die Leute tanzen, es wird literweise Champagner getrunken. Doch irgendwann zwischen Mitternacht und 1.30 Uhr kommt es zur Tragödie.

Laut mehreren Augenzeugenberichten setzen eine oder mehrere Wunderkerzen die Decke nach Mitternacht in Brand. Handy-Videos und -Bilder, die nach der Tragödie auftauchten, stützen diese Aussage.

«Sie hatte zwei Flaschen mit Wunderkerzen»
Die beiden Schweizer Nathan (19) und Axel (19) sind nach eigenen Angaben mit Kollegen im Untergeschoss der Bar, als der Brand plötzlich ausbricht. Nathan erzählt: «Eine Frau sass auf den Schultern einer anderen Dame. Sie hatte zwei Flaschen mit Wunderkerzen.» Sie habe diese so hoch geschwenkt, dass sie die Decke berührt hätten und diese plötzlich Feuer fing.

In einem Werbevideo der Bar sind genau solche Wunderkerzen zu sehen. Die Brandursache ist von offizieller Seite her noch nicht geklärt.

Plötzlich bricht Panik aus: «Alle wollten daraufhin raus, aber es gab einen Stau vor der Treppe», sagt Axel. Den beiden gelingt die Flucht, weil sie ein Fenster mithilfe eines Tisches einschlagen, wie sie sagen.

Das Feuer breitet sich danach rasant aus. Es kommt zu einem sogenannten «Flashover», ein sich schlagartig ausbreitendes Feuer. Innert Minuten steht die gesamte Bar in Vollbrand. Später sei es gemäss Zeugenaussagen auch zu Explosionen gekommen.

«Viele sehr junge Menschen flohen aus der Bar»
Um 1:30 Uhr wird die Polizei alarmiert. Nur wenige Minuten später stehen die ersten Einsatzkräfte vor der Bar. Der Ersthelfer Léandre (32) aus Crans-Montana beschreibt schreckliche Szenen: «Ich war eine der ersten Personen vor Ort. Viele sehr junge Menschen flohen aus der Bar. Wir zogen diejenigen heraus, die noch bei Bewusstsein waren, es war ein riesiges Chaos!» Er versuchte, so gut wie möglich zu helfen, doch die Menschen verbrannten bei lebendigem Leibe.

Laut dem Augenzeugen Rayan Guiren (18) aus London seien Dutzende Menschen mit verbrannten Gesichtern vor der Bar gelegen. Besonders tragisch: «Es handelte sich wohl um eine Party speziell für Jugendliche. Viele Eltern kamen und suchten nach ihren Kindern.»

Auch Augenzeuge Samuel Rapp (21) bestätigt: «Normalerweise sind dort sehr junge Leute zwischen 16 und 18 Jahren unterwegs. Eine Kellnerin, die ich von früher kenne, soll auch gestorben sein.»

Um 4:14 Uhr wird eine Helpline eingerichtet, gegen 5 Uhr sind alle Verletzten versorgt.

Der Lösch- und Rettungseinsatz dauert bis in die frühen Morgenstunden des 1. Januar, wie Blick-Reporter Martin Meul berichtet: «Ich wurde auf dem Hinweg von mehreren Ambulanzen aus verschiedenen Kantonen überholt.»

Am Donnerstagvormittag ist die Brandursache noch nicht geklärt. Die zuständigen Behörden geben aber bei einer ersten Pressekonferenz kurz nach 10 Uhr in einem Punkt Entwarnung: Es war kein terroristischer Angriff.

Die Zahlen zu den Rettungsmassnahmen verdeutlichen die Dramatik des Infernos: 30 Gendarmen, 60 Inspektoren, 70 Feuerwehrleute und etwa 150 Sanitäter standen im Einsatz, unterstützt von 42 Ambulanzen und 13 Helikoptern, wie die Walliser Polizei schreibt. 80 Personen wurden mit Helikoptern und Krankenwagen in Spitäler gebracht, 35 Personen konnten sich selber in die Pflege begeben. Alle 115 Verletzten befinden sich aktuell noch in der Schweiz, jedoch ist eine Verlegung etwa nach Italien möglich.

Die Strasse bleibt den ganzen Tag abgesperrt. Menschentrauben bilden sich vor der Absperrung.

«
«Es handelt sich um eine der schlimmsten Tragödien in der Geschichte dieses Landes.»
Guy Parmelin an seinem ersten Tag als Bundespräsident
»

Gegen 15:30 Uhr trifft Bundespräsident Guy Parmelin in Crans-Montana ein, um sich ein Bild von der Katastrophe zu machen. Zwei Stunden später steht er der Öffentlichkeit in einer Pressekonferenz Rede und Antwort: «Es handelt sich um eine der schlimmsten Tragödien in der Geschichte dieses Landes.» Die Flaggen am Bundeshaus werden aufgrund des Infernos fünf Tage lang auf Halbmast gesetzt.

Die Opfer stammen aus aller Welt. Gesichert ist, dass ausser Schweizern auch Franzosen und Italiener zu den Opfern gehörten. Das jüngste, bisher bekannte Opfer sei 16 Jahre alt. Die Schweizer Behörden arbeiten zusammen mit den Amtskollegen in Europa.

Zu den Ursachen und Verantwortlichen können die Behörden am 1. Januar noch keine Angaben machen: «Es gibt keine Verdächtigen», sagt Generalstaatsanwältin Beatrice Pilloud. Es sei auch noch niemand verhaftet worden. Es gehe eher darum, den Brandhergang zu ermitteln. «Das Drama ist erst ein paar Stunden her.» Es sei noch zu früh, um detaillierte Fragen zum Brandschutz und zum Hergang zu beantworten.

2026.1.1 «Eines der dramatischsten Ereignisse in der Geschichte des Landes»

In einer Bar in Crans-Montana sterben rund 40 Menschen, 115 werden verletzt. Ein Feuer ist wohl die Ursache. Der Bundesrat Guy Parmelin versucht an Ort zu trösten.

Crans-Montana ist eine der bekanntesten Destinationen sowohl der Schweiz als auch des frankofonen Alpenraums.

«Heute ist die Schweiz traurig.» Diese Worte hat Bundespräsident Guy Parmelin am Neujahrsabend an die Öffentlichkeit gerichtet. Statt die traditionelle Neujahrsansprache zu halten, ist er ins Wallis gereist, um sein Mitgefühl mit den Familien und Angehörigen der Opfer des Brandes in Crans-Montana auszudrücken.

Beim Unglück in der Silvesternacht handelt es sich wohl um eine der grössten Brandkatastrophen, welche die Schweiz je erlebt hat. Bundespräsident Guy Parmelin sprach von «einem der dramatischsten Ereignisse in der Geschichte des Landes».

Nachdem die Walliser Behörden bereits am Neujahrsmorgen vor die Medien getreten waren, hielten sie am Abend eine zweite Pressekonferenz ab.

Dieses Mal konnten sie genauere Zahlen zu den Opfern nennen: Rund 40 Personen sind beim Feuer in der Bar «Le Constellation» verstorben, 115 Personen wurden verletzt – viele von ihnen schwer, wie der Walliser Polizeichef Frédéric Gisler sagte. 60 Personen liegen im Spital in Sitten, weitere in anderen Spitälern, insbesondere in Lausanne, dessen Spital auf Brandverletzungen spezialisiert ist. Aber auch Genf und Zürich behandeln Patienten aus dem Wallis.

Identifizierung dauert
Bundespräsident Parmelin hob das jugendliche Alter vieler Opfer hervor, die am Abend zum Feiern in die Bar gegangen waren. Man sei es ihnen schuldig, dass die Vorgänge rund um den Grossbrand sorgfältig untersucht würden. «Wir sind uns einig, dass solche Dramen in Zukunft verhindert werden müssen», sagte Parmelin.

Der Walliser Staatsratspräsident Mathias Reynard hatte am Nachmittag mit Familien gesprochen, die um ihre Angehörigen bangen und auf Informationen warten. «Die Ungewissheit ist furchtbar für die Menschen», sagte Reynard, leider werde die Identifizierung der Leichen, aber auch der Verletzten noch einige Zeit dauern.

Bei einigen der Opfer dürfte es sich um ausländische Touristen handeln. Die Behörden wollten sich jedoch noch nicht genauer zur Staatsangehörigkeit der Opfer äussern. Sie habe grobe Zahlen, sagte Generalstaatsanwältin Beatrice Pilloud. Doch man solle sie zuerst ihre Arbeit machen lassen: «Als Erstes wollen wir uns bei den betroffenen Familien melden.»

Italienische Medien hatten zuvor berichtet, unter den Opfern seien sechzehn Italienerinnen und Italiener. Auch zwei französische Staatsangehörige sollen gestorben sein.

Am Nachmittag hatte sich eine Gruppe der israelischen Freiwilligenorganisation Zaka auf den Weg in die Schweiz gemacht, wie einer ihrer Sprecher gegenüber der NZZ sagte.

Die jüdisch-orthodoxe Organisation kommt bei Terroranschlägen zum Einsatz und ist darauf spezialisiert, nach Explosionen Leichenteile zu bergen und zu identifizieren. «Wir suchen nach drei jüdischen Vermissten in der Schweiz, aber wir bieten unsere Hilfe selbstverständlich für die Bergung von allen Opfern an», sagt der Sprecher.

Den letzten Einsatz im Ausland hatte Zaka in Australien während des Bondi-Beach-Massakers Mitte Dezember 2025.

Polizei schliesst Terrorangriff aus
Einen Terrorangriff schliessen die Behörden in Crans-Montana aus. Die Brandursache ist allerdings noch unbekannt, Verdächtige gibt es noch keine. Generalstaatsanwältin Beatrice Pilloud sagte, man ermittle in verschiedene Richtungen und habe mehrere Hypothesen. Die wahrscheinlichste sei, dass der ganze Raum Feuer gefangen habe und es dann zu einer Explosion gekommen sei. Laut Pilloud werden jetzt verschiedene Handys ausgewertet, die im Lokal gefunden worden sind.

Gemäss dem Sicherheitsdirektor Stéphane Ganzer ist es zu einem sogenannten Flashover gekommen. Damit ist der plötzliche Übergang von einem entstehenden Brand zu einem Vollbrand gemeint. Dabei entzünden sich alle brennbaren Oberflächen in einem Raum schlagartig.

Im Verlauf des Tages hatten mehrere Medien spekuliert, das Feuer sei durch pyrotechnisches Material ausgelöst worden. Ein Augenzeuge berichtete gegenüber «24 heures», dass Feuerwerkskörper an Champagnerflaschen das Feuer an der Decke ausgelöst hätten. Panik habe dazu geführt, dass sich eine Menschenmenge über die Treppe ins Untergeschoss gedrängt habe.

Auch der lokale Radiosender Rhône FM berichtete über Feuerwerk als mögliche Brandursache und berief sich dabei auf Zeugen. Gemäss einem Beitrag eines französischen Fernsehsenders soll es sich um eine «Wunderkerze» gehandelt haben. In einem Video der Walliser Tageszeitung «Le Nouvelliste» ist zu sehen, wie die Decke des Lokals brennt und Gäste in Panik geraten.

Pilloud wollte Berichte oder Gerüchte nicht bestätigen, dafür sei es noch zu früh. Auch zur Frage, ob die Barbetreiber alle Sicherheitsvorkehrungen eingehalten haben, wollte sich die Generalstaatsanwältin nicht äussern, solange die Untersuchungen laufen. Nach Informationen der Zeitung «Le Nouvelliste» existiert im unteren Bereich der Bar «Le Constellation» ein Notausgang.

Die Walliser Behörden werden bei ihren Ermittlungen vom Forensischen Institut Zürich unterstützt. Um alle nötigen Mittel mobilisieren zu können, hatte die Regierung bereits am Morgen eine «besondere Lage» ausgerufen.

Der Polizeichef Frédéric Gisler rekonstruierte am Abend noch einmal die Ereignisse der Silvesternacht. Gegen 1 Uhr 30 sei ein Polizeinotruf eingegangen. In der Bar «Le Constellation» war Rauch festgestellt worden. Das Lokal hat Platz für 300 Personen, abends gab es unter anderem Cocktails. Die Bar hatte einen Shisha-Bereich und vierzehn Bildschirme, auf denen Sportereignisse übertragen wurden, wie es auf der Website von Crans-Montana Tourismus heisst.

Polizei und Feuerwehr rückten aus. Der Bereich rund um die Bar wurde vollständig abgesperrt, über Crans-Montana wurde ein Flugverbot verhängt.

Angesichts des Ausmasses der Katastrophe waren 13 Helikopter, 40 Ambulanzen und 150 Rettungskräfte im Einsatz. Auch psychologische Betreuungsangebote werden geschaffen, um Familien zu unterstützen und Informationen bereitzustellen.

Der Walliser Regierungspräsident Mathias Reynard appellierte mehrmals an die Bevölkerung und bat sie, das Unglücksgebiet zu meiden, sich vorsichtig zu verhalten und keine weiteren Unfälle zu provozieren. Generalstaatsanwältin Pilloud bat die Medien, bei ihrer Berichterstattung Rücksicht auf die Angehörigen der Opfer zu nehmen und ihre Privatsphäre zu wahren.

Trotz dem Unglück sprach Reynard auch von einem Licht. Er würdigte die Zusammenarbeit aller Einsatzkräfte wie Polizei, Feuerwehr und Spitalpersonal und dankte den Spitälern in anderen Kantonen, die Patienten aufgenommen haben.

Bundespräsident Parmelin dankte auch ausländischen Regierungen für ihre Solidarität. Er habe mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron telefoniert. Es sei unter anderem um die medizinische Behandlung der Überlebenden gegangen. Man brauche spezialisiertes Wissen, erklärte Parmelin. Etwa bei Verbrennungen und Schwierigkeiten beim Atmen. «Wir stehen deshalb in Kontakt mit ausländischen Regierungen.»

Auch Italien hat Hilfe angeboten. Zivilschutzangehörige aus dem Aostatal und der Lombardei stünden im Einsatz, um zu helfen, schrieb Aussenminister Antonio Tajani auf der Plattform X. Ausserdem sei das Verbrennungszentrum Niguarda zur Verfügung gestellt worden. Ausländische Medien berichteten über das Unglück, darunter die «New York Times».

Crans-Montana ist ein Skigebiet mit mondänem Chic und eine der bekanntesten Destinationen sowohl der Schweiz als auch des frankofonen Alpenraums. Die Gemeinde umfasst mehrere Dörfer und hat insgesamt 15 000 Einwohner. Sie liegt auf 1500 Metern auf einem weiten Hochplateau oberhalb des Städtchens Siders und ist durch verschiedene Zufahrtsstrassen von Siders oder der Kantonshauptstadt Sitten zu erreichen.

Seinen Ursprung als Tourismusort hat Crans-Montana um 1890, als die ersten Hotels und Sanatorien eröffnet wurden. Heute hat das Gebiet 35 Hotels, von denen die Mehrzahl im gehobenen Segment ist, sowie 130 Restaurants und Bars. Im Winter gibt es 140 Kilometer Pisten, inklusive einer einzigartigen Aussicht über das Rhonetal. Pro Jahr kommen rund 3 Millionen Gäste nach Crans-Montana.

评论

发表回复

您的邮箱地址不会被公开。 必填项已用 * 标注

More posts